Bemerkenswerte Quarzfunde auf der Baustelle beim Grimsel-Hospiz
Thomas Bolli

Die alte Spitallamm-Staumauer beim Grimselsee wird durch eine neue ersetzt. Bei den Arbeiten am und im Felsen wurden schöne Kristalle gefunden. Es ist angedacht, dass die Universität Bern und das Naturhistorische Museum Bern allenfalls eine nächste Klufträumung wissenschaftlich begleiten.

 

Ein neuer fossiler Krebs aus dem untersten Jura des Schweizerischen Nationalparks
Heinz Furrer

Der Schweizerische Nationalpark im Engadin ist nicht nur für seine heutige Tier- und Pflanzenwelt bekannt, sondern bildet als Teil der Ostalpen auch ein wichtiges Archiv der Erdgeschichte. In den Ablagerungen eines seichten, kurzfristig ausgetrockneten Meeres der Oberen Trias finden sich neben Muscheln, Korallen, Knochen und Zähnen meerlebender Reptilien auch spektakuläre Dinosaurierfährten. Aus unterjurassischen Beckensedimenten der Val Trupchun stammen fossile Kieselschwämme, Ammoniten, Armfüsser, Seelilien und Haizähne. Kürzlich wurde nun ein für den Alpenraum einmaliges Fossil eines 200 Millionen Jahre alten Tiefseekrebses als neue Gattung und Art beschrieben.

 

Der Plaffeiit, ein paläogener Bernstein aus der Schweiz
Yann Maquignon und Danielle Decrouez

1911 fand Dillenius einen Bernstein im Sandstein-Steinbruch von Zollhaus (beim Zusammenfluss der Kalten und Warmen Sense im Kanton Freiburg) und erfand für dieses fossile Harz den Namen Planfayonit, nach der Gemeinde Planfayon/Plaffeien, auf deren Gebiet sich der Fundort befindet. Im Französischen nahm es dann den Namen planfayonite an und Plaffeiit oder Plaffeyitt im Deutschen. In einem identischen geologischen Kontext in Frankreich (Chablais, Hochsavoyen) beschrieben Tschirch & Aweng (1894) einen Bernstein unter dem Namen allingite, nach dem Fundort Allinges.

 

Tinnunculit, ein Mineral je nach den Umständen
S. Cuchet, M. Crumbach, N. Meisser, F. Vanini, A. van der Burgt

Beim Vertrocknen von Vogelkot bilden sich manchmal organische Kristalle. Sie bestehen hauptsächlich aus dem Mineral «Tinnunculit». Hier die Geschichte ihrer Entdeckung in der Schweiz.

(ABSTRACT in English see below)

 

Wissenschaft mit dem Zeichenstift Härte 3
Thomas Bolli

Peter Stuker hat unzählige Mineralien auf Papier nachgebildet. Seine naturwissenschaftlich-künstlerischen Zeichnungen beeindrucken noch immer. Üblicher geworden ist jedoch die sogenannte Stacking-Fotografie, die Bilder mit unglaublicher Tiefenschärfe möglich macht. Wissenschaftlich gefragt sind heute zudem jene dank Computerprogrammen absolut exakten Darstellungen, die auch Kleinstmineralien beschreiben können. Dieses Jahr hätte Peter Stuker seinen 100. Geburtstag feiern können.

 

Wie aus dem «Binnit» ein neues Typmineral vom Lengenbach wurde
Thomas Raber, Philippe Roth

Die erste Erwähnung der kubisch-isometrischen Kristalle des uns heute als «Binnit» bekannten Minerals geht auf Damour (1845) zurück. Dabei führte seine Veröffentlichung anfangs zu einer gehörigen Verwirrung. In der Annahme nur ein einziges Erzmineral vor sich zu haben, analysierte er ein bis dahin unbekanntes Blei-Arsen-Sulfid und bezeichnete es als Dufrénoysit; zur Beschreibung der Kristallform dieser neuen Mineralart zog er allerdings einen benachbarten, gut kristallisierten Tennantit-Kristall heran.

(ABSTRACT in English see below)

 

ABSTRACTS

Tinnunculite

Tinnunculite was found for the first time in Switzerland as a common mineral, in countless localities. Tinnunculite crystallizes by dehydration of isolated birds’ droppings, independently from the underground material which just serves the function of mechanically supporting the droppings. It appears lilac, nicely crystallized, in rims around white powdery uricite flakes.

«Binnit»

The terahedrite group was recently redefined (Biagioni et al., 2020), leading to a subdivision of tennantite and tetrahedrite. Since the original, valid characterization of tennantite was performed on a «binit» sample from the Lengenbach, the quarry is now type-locality for tennantite-(Zn), the zinc dominant and most common member of the new tennantite series at the site. The complex history of «binit» is briefly presented.

 

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